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Weihnachten – die Antwort auf COVID-19

[Lesezeit: 5 Minuten]

Das Jahr 2020 wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben als das Corona-Jahr. Nicht alles war schlecht, aber vieles. Die Kontakte zu anderen Menschen, die wir so sehr lieben, wurden durch Distanz ersetzt und die Gesichter unserer Mitmenschen verschwanden hinter eintönigen Tüchern. Als Hoffnung dienen, in Rekordzeit entwickelte und wenig getestete, Impfstoffe für die ganze Welt. Zwischendrin jagte ein Gerücht das andere, die Einführung der Impfpflicht sollte angeblich bevorstehen und viele Grundrechte, inklusive der geliebten Meinungsfreiheit, dauerhaft verschwinden. Die christliche Seele ist in diesem Jahr wahrlich nicht gerade geschont worden und einige Gläubige sind mittlerweile ziemlich mit den Nerven runter.
Wer sich etwas mit der sogenannten Endzeit (zum Beispiel 2. Tim. 3, 1 ff) beschäftigt, die die Bibel vor dem zweiten Kommen von Jesus Christus ankündigt, der erwartet eine weltweite, restriktive Einheitsregierung und starke Kontrolle der Zahlungsmittel, die es manchen Menschen unmöglich machen wird, einzukaufen. Sicher wird schon seit etwa 2.000 Jahren diese Endzeit teils recht konkret erwartet, allerdings sind einige wichtige Voraussetzungen, unter anderem rund um das Volk Israel, erst kürzlich in Erfüllung gegangen, so dass auch der finstere Teil der Visionen nun bald kommen könnte. Die COVID-19 Pandemie scheint diese Entwicklung massiv zu beschleunigen. Angst macht sich breit. Das düstere Szenario ist perfekt. Wir alle werden sterben und müssen uns von der Welt, wie wir sie bisher kannten, verabschieden! – Wirklich?

Wie für alle Dinge des Lebens und für fast alle Sachverhalte der Bibel, so gibt es auch in Bezug auf die Endzeit mehrere Perspektiven. Leider sind wir Christen nicht wirklich geübt im Umgang mit unterschiedlichen Perspektiven. Wir sind der Wahrheit verpflichtet und die Wahrheit ist für viele von uns genau das, was wir erleben und für wahr halten. Dabei gibt es, gerade auch in Bezug auf die Endzeit, außerordentlich positive Beschreibungen und Berichte der Bibel, die es uns nahezu unmöglich machen, Angst zu haben und Panik zu verbreiten. Ja, man könnte fast meinen, dass wir in dieser Zeit eine wichtige Funktion haben und von Gott für wichtige Aufgaben vorgesehen sind.
Da wäre zum Beispiel das „Gleichnis von den 10 Jungfrauen“, von denen fünf klug und fünf töricht waren (Mt. 25, 1 ff). Ein Plot, der Spannung verspricht und dazu animiert, gut nachzudenken und sich auf langfristige Abläufe einzustellen. Viele Christen deuten das Gleichnis heute auf die Endzeit, denn es geht in der geistlichen Perspektive der Geschichte wahrscheinlich um das zweite Kommen von Jesus und das Zusammentreffen mit seiner Gemeinde, die auch als Braut Christi beschrieben wird. Da sich das Kommen des Bräutigams etwas hinausgezögert hat, sind spannenderweise alle Jungfrauen eingeschlafen. Als er dann kam, hatten fünf von ihnen noch ausreichend Öl für ihre Lampen, da sie gut vorbereitet waren und fünf hatten keinerlei Ölvorräte mehr und mussten erst welches besorgen.

Heute würde man wahrscheinlich eher von einem Akku sprechen, möglicherweise von dem inneren Akku. Es ist so wichtig, bei aller Schwäche, die wir haben (es sind alle 10 eingeschlafen), nicht auszubrennen und am Ende mit den Nerven völlig runter zu sein. Ein wichtiger und sehr positiver Hinweis für die Endzeit: Lass nicht zu, dass dein innerer Akku leer wird. Im Eph, 5, 18 – 20 ist beschrieben, wie wir uns davor schützen können, auszubrennen: „Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen. 19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen 20 und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“

Oder nehmen wir die Weihnachtsgeschichte. Jesus kam in diese Welt und wurde von Anfang an nicht gerade mit offenen Armen aufgenommen. Die Umstände seiner Geburt waren ärmlich bis erbärmlich, wir kennen sie alle. Aufgrund von Vorgaben des politischen Systems waren seine Eltern zur Zeit seiner Geburt auf der Wanderung. Nach seiner Geburt mussten seine Eltern erst einmal fliehen, um sein Leben zu retten. Der Grund dafür war ein skrupelloser politischer Herrscher, der sich nicht scheute, hunderte bis tausende wehrlose Kinder ermorden zu lassen. Und das religiöse Establishment seiner Zeit hat ihn, von Anfang an, nicht gerade ernstgenommen – wahrhaft widrige und endzeitliche Verhältnisse, die geeignet waren, ihm und seiner Familie ordentlich Angst zu machen.

Und doch wuchs der junge Jesus nicht in einem Klima der Angst auf. Im Gegenteil, als Sohn eines Handwerkers konnte er lesen, was sehr ungewöhnlich war und hatte fundierte Kenntnisse der heiligen Schrift (Lk. 2, 40). Später ging für tausende Menschen ein Licht auf, das seitdem in der Finsternis leuchtet. Bis in unsere Zeit hinein wurden Millionen über Millionen Menschen von diesem Licht inspiriert und der Finsternis entrissen. Jesus Christus ist uns ein großes Vorbild darin, wie man auch in politisch schwierigen Zeiten (Israel war zu seiner Zeit unter verhasster römischer Fremdherrschaft) aus dem Glauben Kraft schöpfen kann. Kraft genug, um auch den Menschen um uns herum Halt und Stabilität geben zu können. Davon, dass wir Angst haben sollen und die politischen Herrscher wüst beschimpfen sollen (wie es manche leider gerade tun), hat er nichts gesagt und sich auch nicht so verhalten.
Im Gegenteil: Voller Liebe hat er den Christen, seinen Nachfolgern, die wunderbarsten Bezeichnungen zukommen lassen: „Das Salz der Erde“ und „das Licht der Welt“ seien sie in seinen Augen. Ist das nicht stark?! Wie eine Stadt, die auf dem Berge liegt, werden wir wahrgenommen und dienen unseren Mitmenschen zur Orientierung.

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. 34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“ (Mt. 6, 33)

Vieles von dem, was uns im Jahr 2020 Angst gemacht hat, erwies sich bisher, bei näherem Hinsehen, als gegenstandslos und manches hat uns auch tatsächlich eingeengt. Egal, ob die negativen Auswirkungen der Endzeit unmittelbar bevorstehen oder noch auf sich warten lassen, wir haben den Auftrag, in dieser Zeit Mutmacher und Segensstifter zu sein. Lasst uns immer wieder neu aus der Bibel und aus dem Leben mit dem Heiligen Geist Kraft schöpfen. Jesus kam in eine finster gewordene Welt und hat das Licht angemacht. Genau das ist auch unser Auftrag. Wenn wir uns gemäß Gottes Auftrag um diese Welt kümmern und Verantwortung wahrnehmen, dann wird er sich in dieser Zeit um unsere Belange kümmern und uns schützen und versorgen, das hat er uns in der bekannten Bergpredigt fest zugesagt (Mt. 6, 19 ff).

In wenigen Tagen feiern wir Weihnachten, ein ausgesprochen Mut machendes Fest. Lasst uns von diesem Fest neue Inspiration und Freude ziehen und ein sichtbares Zeichen der Liebe Gottes sein – Liebe Gottes in einer immer schwierigeren Welt!

Daran wird uns die Welt erkennen! (Jh. 13, 35)

Ihr Jens Wätjen

veröffentlicht im Dezember 2020 durch Jens Wätjen

[alle Fotos in diesem Beitrag von Shutterstock] 

3 Kommentare zu „Weihnachten – die Antwort auf COVID-19“

  1. Matthias Hansult

    Sehr gut lieber Jens,
    trifft den entscheidenden Punkt. Hast Du wunderbar dargelegt.
    Es gilt ja nicht nur der Grundsatz: „Ich glaube das, was ich sehe“ sondern auch der etwas stiefmütterlich behandelte Grundsatz:“Ich sehe das, was ich glaube“.
    Für den zweiten Grundsatz werden wohl unsere Übungsfelder größer werden. Das muss nicht das Schlechteste sein.

    Liebe Grüße
    Matthias

    1. Danke Matthias,

      ja, auch bei uns Christen sind Potenziale deutlich geworden, in denen wir noch wachsen dürfen. Das sehe ich auch so, dass es etwas Gutes ist.

      Lieben Gruß
      Jens

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